◆ Aktualisiert am ◆ Von LeDiamont — Zervan GmbH
Schwarze Perlen des Kaspischen Meeres
Iranischer oder persischer Kaviar ist der gesalzene Rogen von Stören aus dem südlichen Kaspischen Meer, an der iranischen Küste. Die klassischen Sorten sind Beluga, Ossetra und Sevruga. Seit die wilden Störe bedroht sind und der Handel mit wildem Kaspi-Kaviar 2006 eingefroren wurde, stammt der heute verkaufte Kaviar aus Zucht und unterliegt den CITES-Regeln. Der Code auf der Dose zeigt Art, Zuchtherkunft, Land und Jahr.
Das Wichtigste
- ◆Persischer und iranischer Kaviar sind dasselbe: Rogen von Stören aus dem südlichen Kaspischen Meer, traditionell malossol gesalzen.
- ◆Heute stammt er aus Zucht. Alle 26 noch lebenden Störarten sind bedroht (IUCN, 2022), und der Handel mit wildem Kaspi-Kaviar wurde 2006 eingefroren.
- ◆Der CITES-Code auf der Dose ist Ihre beste Orientierung: Art, Herkunft (W wild, C Zucht), Land und Jahr.
- ◆Die Art zählt mehr als die Flagge: Iranischer und russischer Kaviar stammen von denselben Kaspi-Arten; Frische und Verarbeitung machen den Unterschied.
- ◆Beginnen Sie mit Ossetra oder Sevruga, heben Sie Beluga für besondere Anlässe auf, und rechnen Sie für eine Degustation mit rund 30 g pro Person.
Inhalt
Was ist iranischer (persischer) Kaviar?
Kaviar ist der gesalzene Rogen des Störs, einer sehr alten Fischfamilie. «Iranischer» oder «persischer» Kaviar stammt von den Stören des südlichen Kaspischen Meeres, entlang der Nordküste Irans, wo Flüsse und Brackwasser den Fischen einst ideale Laichgründe boten. Über Jahrhunderte wurde der Rogen rund um Bandar Anzali und entlang der Küste bis Gorgan verarbeitet.
Schon das Wort hat persische Wurzeln. Laut der Encyclopaedia Iranica geht der persische Name auf khāya-dār, «Eier tragend» zurück, zuerst für den rogentragenden Fisch, später für die Eier selbst. Die Russen, die andere grosse Kaviarnation am Kaspischen Meer, nennen ihn einfach ikra, Rogen.
Echter Kaviar ist mild gesalzen: Der russische Begriff malossol bedeutet «wenig Salz». Das Salz konserviert die Körner, ohne ihren Geschmack zu überdecken. Deshalb schmeckt guter Kaviar nach Meer und nicht nach Salz.
Kurze Geschichte des iranischen Kaviars
- ◆Eine königliche Delikatesse. Kaspischer Kaviar wurde über Jahrhunderte gehandelt und wurde an den Höfen Europas und Russlands zum Symbol für Luxus.
- ◆Die Fischerei. Im 20. Jahrhundert organisierte eine staatliche Fischereigesellschaft, die Shilat, den Störfang und die Kaviarverarbeitung im Iran, mit Bandar Anzali als wichtigstem Verarbeitungszentrum.
- ◆Eine Verbindung zur Schweiz. Laut iranischen Zollzahlen, die die Encyclopaedia Iranica zitiert, exportierte der Iran 1988–89 insgesamt 264 310 kg Kaviar; grösster Abnehmer war die Schweiz mit 115 698 kg.
- ◆Vom Fang zur Zucht. Überfischung, Wilderei und Staudämme an den Laichflüssen brachten die Kaspi-Störe an den Rand des Aussterbens. Der Wildhandel wurde 2006 eingefroren, und die Kaviarproduktion verlagerte sich in Zuchtbetriebe, im Iran wie anderswo.
Kaviar aus Zucht: iranischer Kaviar und CITES
Alle Störarten sind seit 1998 im Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) gelistet: Jede internationale Kaviarsendung braucht CITES-Dokumente. Im Januar 2006 fror CITES den internationalen Handel mit wildem Kaviar aus den Kaspi-Staaten ein, weil diese keine nachhaltigen Quoten belegen konnten.
Die Lage der Fische hat sich nicht verbessert. Bei der Aktualisierung 2022 stellte die Rote Liste der IUCN fest, dass alle 26 noch lebenden Störarten vom Aussterben bedroht sind, und stuft den Beluga (Huso huso) als «vom Aussterben bedroht» ein. Deshalb stammt der Kaviar, den man heute legal kaufen kann, von Stören aus Zucht. Die Zucht entlastet die letzten Wildfische und ermöglicht frischeren Kaviar, der innerhalb weniger Stunden nach der Ernte verarbeitet wird.
In der Schweiz ist das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) die CITES-Behörde. Kaviar von Störarten darf nur mit den entsprechenden CITES-Dokumenten eingeführt werden.
Wie liest man den CITES-Code auf einer Kaviardose?
Gemäss der CITES-Resolution Conf. 12.7 muss jeder Primärbehälter mit Störkaviar ein Etikett mit einem standardisierten Code tragen. Er wird von links nach rechts gelesen:
HUS / C / IR / 2026 / xxxx / yyyyBeispiel zur Veranschaulichung, kein echter Code
| Teil | Beispiel | Was er angibt |
|---|---|---|
| Artcode | HUS | Drei Buchstaben für die Störart: HUS = Beluga (Huso huso), GUE = Russischer Stör (Ossetra), STE = Sternhausen (Sevruga), BAE = Sibirischer Stör (Baeri). Hybriden tragen die Codes von Männchen und Weibchen, z. B. GUE x BAE |
| Herkunftscode | C | W = Wildfang; C = in Gefangenschaft gezüchtet; F = in Gefangenschaft geboren, ohne die CITES-Definition von «gezüchtet» zu erfüllen |
| Ursprungsland | IR | Zweistelliger ISO-Code des Produktionslandes, z. B. IR für Iran |
| Jahr | 2026 | Erntejahr |
| Betriebscode | xxxx | Offizieller Registrierungscode des Verarbeitungs- (oder Umpack-)betriebs |
| Charge | yyyy | Chargennummer für die Rückverfolgbarkeit |
Wurde eine Dose umgepackt, zeigt das Etikett statt des Ursprungslandes das Land des Umpackens und den Code des Umpackbetriebs. Kein Code, oder ein Code, der nicht zur Sorte auf dem Deckel passt: Dann sollten Sie nachfragen. Vor dem Kauf können Sie den Verkäufer nach dem CITES-Code der Dose fragen.
Die vier Sorten iranischen Kaviars
Iranischer Kaviar ist nach der Störart benannt. Die drei historischen Kaspi-Kaviare sind Beluga, Ossetra und Sevruga. Baeri stammt vom Sibirischen Stör, der nicht im Kaspischen Meer heimisch ist, aber weit verbreitet gezüchtet wird.
| Sorte | Art (CITES-Code) | Körner | Geschmack |
|---|---|---|---|
| Beluga AA® | Huso huso (HUS) | Die grössten Körner, hell- bis dunkelgrau | Mild, fein, langer Abgang |
| Ossetra | Russischer Stör, Acipenser gueldenstaedtii (GUE) | Mittlere Körner, braun bis golden | Reich, buttrig, nussig |
| Sevruga | Sternhausen, Acipenser stellatus (STE) | Feine, gleichmässige Körner, grau | Kräftig und jodig |
| Baeri | Sibirischer Stör, Acipenser baerii (BAE) | Mittlere Körner, dunkelgrau bis schwarz | Rund und buttrig, mit nussigen Noten |
In der iranischen Tradition wurde Beluga zudem nach Farbe sortiert: hellgrau (000), grau (00), dunkel (0) und schwarz (X). Das sind Farbcodes, keine Grössenangaben. Einen direkten Vergleich der zwei beliebtesten Sorten finden Sie unter Ossetra oder Beluga.
Iranischer oder russischer Kaviar: Gibt es einen Unterschied?
Historisch teilten Iran und Russland dasselbe Meer und dieselben Fische: Beluga, Ossetra und Sevruga leben an beiden Ufern des Kaspischen Meeres. Iran war für sorgfältige Verarbeitung und milde Salzung bekannt, Russland für die schiere Grösse seiner Fischerei.
Heute, beim Zuchtkaviar, zählt das Land auf dem Etikett weniger als drei Dinge: die Art, der Zuchtbetrieb und seine Verarbeitung (Frische, Salzgehalt, Hygiene) und die Kühlkette bis zu Ihrem Tisch. «Russischer» oder «iranischer» Kaviar beschreibt einen Stil und eine Herkunft, aber für sich allein keine Qualitätsgarantie.
Wie schmeckt iranischer Kaviar, und wie serviert man ihn?
Guter Kaviar schmeckt nach Meer, buttrig und klar, mit sanfter Salzigkeit und langem Abgang. Die Körner rollen auf der Zunge und platzen dann. So geniessen Sie ihn am besten:
- 1Kalt halten: Die Dose auf ein Bett aus zerstossenem Eis stellen, ohne dass die Körner das Eis berühren, und erst kurz vor dem Servieren öffnen.
- 2Den richtigen Löffel wählen: Perlmutt, Glas, Porzellan, Horn oder Holz. Silber vermeiden, es kann metallisch schmecken.
- 3Zuerst pur probieren, vom Handrücken oder vom Löffel, dann mit Blini und etwas Crème fraîche.
- 4Die Menge planen: rund 30 g pro Person für eine Degustation, etwa 50 g für einen grosszügigen Apéro.
Bei mehreren Sorten von der feinsten zur kräftigsten degustieren. Passend dazu: unser Blini-Rezept.
Woran erkennt man guten iranischen Kaviar?
- ◆Die Körner sind ganz, voneinander getrennt und glänzend, ohne Öl am Boden der Dose.
- ◆Der Geruch ist frisch und nach Meer, nie streng oder säuerlich.
- ◆Die Textur: Die Körner rollen und platzen dann sanft. Zerdrückte oder weiche Körner deuten auf schlechte Behandlung hin.
- ◆Das Etikett zeigt den CITES-Code, ein Verbrauchsdatum und die Lagertemperatur.
Nicht alles, was «Kaviar» heisst, ist Kaviar. Rogen vom Seehasen, Lachs oder von der Forelle ist kein Störkaviar. Eine genetische Studie zu Kaviar aus Bulgarien und Rumänien ergab, dass nur 10 von 27 Proben korrekt etikettiert waren; sechs waren Fälschungen, drei davon ganz ohne tierische DNA. Ein klarer CITES-Code und ein Verkäufer, der ihn erklären kann, sind der beste Schutz.
Was kostet iranischer Kaviar?
Der Preis folgt der Art: Je seltener der Stör und je länger er bis zur Reife braucht, desto teurer der Kaviar. Unsere Preise für eine 30-g-Dose, Stand 21. Oktober 2026:
| Sorte | 30-g-Dose | Preis pro Gramm |
|---|---|---|
| Baeri | CHF 57.00 | rund CHF 1.90 |
| Sevruga | CHF 64.00 | rund CHF 2.13 |
| Ossetra | CHF 83.00 | rund CHF 2.77 |
| Beluga AA® | CHF 115.00 | rund CHF 3.83 |
Was hinter diesen Preisen steckt, lesen Sie in Warum ist Kaviar so teuer? und in unserem Kaviarpreis-Ratgeber.
Wie bewahrt man iranischen Kaviar auf?
Die geschlossene Dose im kältesten Teil des Kühlschranks aufbewahren, bei der auf dem Etikett angegebenen Temperatur, und nie einfrieren. Nach dem Öffnen innerhalb von zwei bis drei Tagen geniessen, wie auf der Dose angegeben, und abgedeckt lagern.
Iranischen Kaviar in der Schweiz kaufen
Bei LeDiamont finden Sie die vier Sorten in unserer Kollektion iranischer Kaviar, in Dosen ab 30 g. Unser gesamtes Kaviarlager befindet sich in der Schweiz, und Bestellungen werden gekühlt mit der Post verschickt, in einer Isolierbox mit Kühlelementen, mit Lieferung in 1 bis 2 Werktagen.
Kaviar passt auch wunderbar zu Safran auf einem festlichen Teller: Entdecken Sie unseren Ratgeber zum iranischen Safran.
Für die Wahl der Art lesen Sie unseren Vergleich Ossetra, Sevruga oder Baeri und unseren Ratgeber zu Zuchtkaviar und Wildkaviar.
Häufige Fragen
Ist persischer Kaviar dasselbe wie iranischer Kaviar?
Ja. Persischer und iranischer Kaviar sind zwei Namen für Kaviar von Stören aus dem südlichen Kaspischen Meer, an der iranischen Küste.
Ist iranischer Kaviar wild oder aus Zucht?
Heute stammt er aus Zucht. Der internationale Handel mit wildem Kaspi-Kaviar wurde 2006 eingefroren, und alle noch lebenden Störarten sind bedroht. Der Herkunftsbuchstabe im CITES-Code zeigt es: C steht für Zucht, W für Wildfang.
Ist iranischer Kaviar besser als russischer?
Nicht grundsätzlich. Beide stammen von denselben Kaspi-Arten. Beim Zuchtkaviar zählen Art, Verarbeitung, Frische und Kühlkette mehr als das Land.
Ist iranischer Kaviar in der Schweiz legal?
Kaviar von Störarten darf nur mit den erforderlichen CITES-Dokumenten in die Schweiz eingeführt werden; zuständig ist das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV). Jede Dose sollte einen CITES-Code tragen.
Welchen iranischen Kaviar sollte ich zuerst probieren?
Ossetra ist ein guter Einstieg, buttrig mit nussigen Noten. Sevruga ist kräftiger und jodiger, Baeri rund und zugänglich, Beluga am feinsten, für besondere Anlässe.
Was kostet iranischer Kaviar?
Das hängt von der Art ab. Bei LeDiamont kostete eine 30-g-Dose am 21. Oktober 2026 zwischen CHF 57.00 für Baeri und CHF 115.00 für Beluga AA®.
Was bedeuten 000, 00 und 0 bei Beluga-Kaviar?
In der iranischen Tradition sind das Farbcodes: 000 für hellgraue, 00 für graue und 0 für dunkle Körner. Sie beschreiben nicht die Korngrösse.
Wie bewahrt man iranischen Kaviar auf?
Geschlossen im kältesten Teil des Kühlschranks, bei der auf der Dose angegebenen Temperatur, und nie eingefroren. Nach dem Öffnen innerhalb von zwei bis drei Tagen geniessen.
Quellen
- Encyclopaedia Iranica: Caviar (H. Alam): Etymologie, Verarbeitung, Qualitäten und Exportzahlen
- IUCN (21. Juli 2022): Rote-Liste-Aktualisierung: 100 % der Störarten bedroht
- Vereinte Nationen, Pressemitteilung (Januar 2006): CITES stoppt den Handel mit wildem Kaspi-Kaviar
- CITES: Resolution Conf. 12.7 (Rev. CoP17): Conservation of and trade in sturgeons and paddlefish
- Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV): CITES in der Schweiz
- Leibniz-IZW (2015): Fake caviar from Bulgaria and Romania
- Ludwig A. et al. (2015), Journal of Applied Ichthyology: Kaviarbetrug in Bulgarien und Rumänien: genetische Analyse

